Sooooo... wir sind ja schon letzten Montag wieder zurückgekehrt, allerdings finde ich erst jetzt die Ruhe über unsere Reise zu berichten. Wie oben schon erwähnt wurde aus der Fahrt ohne Zwischenübernachtung eine etwas längere Tour.
Wir sind am 01.07. um 16:00 Uhr losgefahren (letzter Schultag in NRW). Auf den Rastplätzen an der Autobahn kam man sich vor wie in Süd-Ost-Anatolien

Ich hätte nicht erwartet, dass es soviele Verrückte wie uns gibt, die diese Strecke auf sich nehmen bzw. sogar noch 1000 km weiter in die Türkei. Unsere erste Rast in der Nähe von Regensburg war ganz spannend. Wir stiegen mit unsere Kühlbox aus dem Auto, haben unsere Frikadellen und den Kartoffelsalat gegessen und uns gewundert, was die mitreisenden Türken alles aufgetischt hatten. Es fehlte eigentlich nur noch der Kebab-Grill...
Nachdem wir dann weiterfuhren hörte man schon ein liebliches Quitschen von hinten rechts, welches immer unangenehmer wurde. Beim Tanken in Österreich fühlte ich kurz die Temperatur des Reifens und habe sofort den Renault-Pannendienst angerufen, der uns um halb zwei Uhr nachts dann in ein nettes österreichisches Hotel brachte. Die Nacht war kurz, um 8 Uhr wurden wir schon wieder abgeholt und zum Renaulthändler in Grieskirchen gebracht. Die Bremse wurde auseinandergebaut, gereinigt und wieder zusammengebaut: Keine Probleme mehr. An dieser Stelle muss ich mich mal outen: Bisher hielt ich die Österreicher ja immer für überheblich und unfreundlich uns Deutschen gegenüber. Wir wurden aber so nett behandelt, sei es vom Pannendienst, der wegen uns mitten in der Nacht rausmusste oder im Hotel, das eigentlich schon geschlossen hatte: Alles ganz liebe Leute. Auch in der Werkstatt. Um halb eins ging die Fahrt dann endlich weiter nach Ungarn, wo alles gut lief. Bis wir an das Schild kamen, das uns verkündete, dass an der Grenze mit 5 Stunden Wartezeit zu rechnen ist. Wir beschlossen daher (und da die Nacht vorher ja auch sehr kurz war) noch eine Nacht in Szeged zu übernachten. Eine sehr schöne ungarische Stadt! Wir haben ein kleines gemütliches Hotel gefunden, das sehr zu empfehlen ist (Hotel Matrix,
www.hotelmatrix.hu) und aufgrund der Empfehlung der Rezeptionistin haben wir auch noch gut gegessen im "Port Royal". Etwas gewöhnungsbedürftig war allerdings, dass das Essen nur lauwarm war. Ich weiß nicht, ob das in Ungarn so üblich ist, auf der Rückfahrt (siehe unten) war es aber genauso.
Am nächsten Morgen um 8 Uhr ging es weiter. Eine Stunde Wartezeit an der Grenze zu Serbien, welches ohne weitere Probleme durchquert wurde und eine Stunde Wartezeit nach Mazedonien.
In Mazedonien hat meine Frau dann die Bekanntschaft mit der Polizei gemacht. Was ja laut Forum nicht so unüblich ist. Auf der Autobahn kurz vor Skopje tauchte ein Schild auf: Bodenwelle, 100 kmh in 1000 m, danach kam das zweite Schild: Bodenwelle, 100 kmh in 500 m und schließlich kam dann auch eine Bodenwelle und wie man das dann halt so gewohnt ist, fährt man dann wieder schneller. Meine Frau fuhr also wieder 127 kmh und da standen sie hinter einer Kurve mit ihrer Laserpistole bewaffnet: Die mazedonische Polizei. "Passport, bitte aussteigen und mitkommen..." Nach ca. 5 Minuten kam sie grinsend wieder ins Auto und wir fuhren weiter. Die beiden netten Polizisten zeigten ihr das Bild mit ihren 127 kmh. Sie meinten sie dürfe hier doch nur hundert fahren und wollten daraufhin, dass sie zum nächsten Postamt nach Skopje fährt, 45 Euro Strafe bezahlt, mit der Quittung wiederkommt und dann bekommt sie auch ihren Reisepass wieder. Meine Frau brachte die beiden Polizisten jedenfalls soweit, dass die ihr irgendwann den Reisepass zurückgaben und sagten: "Go away, go away"...

Wäre ich gefahren hätte ich wahrscheinlich 200 Euro zahlen müssen und wäre nicht so einfach davon gekommen.
Na ja, was soll ich sagen, die restliche Fahrt verlief ohne weitere Probleme, an der Grenze zu Griechenland nochmal eine Stunde warten auf der Mazedonischen Seite auf der Griechischen wurden wir durchgewunken. Leider zeichnete sich immer mehr ab, dass wir die letzte Fähre um halb elf ab Keramoti nicht mehr erwischen. Wir hätten die Fähre um etwa 15 Minuten verpasst, daher mussten wir zu unserem Leidwesen nochmals eine Nacht im Hotel verbringen. Wir beschlossen in Kavalla zu übernachten (mehr Auswahl an Hotels und wir wollten am nächsten Morgen noch in den Lidl in Chrisopouli). Wir waren alle sehr froh, als die Nacht vorüber war. Das Hotel direkt am Hafen war einfach nur laut und heiß. Das schöne war aber: Wir machten die Balkontüre auf und sahen sie: unsere Insel! Die 2 1/2 Wochen auf Thassos gingen leider wieder viel zu schnell vorbei, aber wie ich schon in der "Plauschecke" kundgetan hatte, wollten wir dieses Jahr ja noch weiter fahren nach Chalkidiki (Gerakini) und auf den Pilion nach Horto.
Kurz zusammengefasst: Gerakini kam uns irgendwie vor wie eine Goldgräberstadt. Es war irgendwie nichts los. Die Stadt zieht sich irgendwie ganz schön in die Länge ohne richtiges Zentrum, der Strand war nun auch nicht so ganz der Hit (wenn man den Golden Beach gewöhnt ist

)Aber unser Apartement war prima und die Vermieterung griechisch-üblich ganz lieb. Nach drei Tagen ging es dann weiter zum Pilion.
Die ersten Tage dachten wir, wo sind wir denn hier gelandet? In Horto war überhaupt nichts los. Der Strand: Ein kleines Stückchen Sand- und Kiesel-Gemisch vor drei Tavernen. Zwei klitzekleine Supermärkte, die sehr teuer waren (teurer als auf Thassos, soviel zum Thema auf Thassos sei das Leben teuer geworden). Und sonst gab es gar nichts!
Man muss allerdings sagen, dass dies die beiden heißesten Tage in unserem Urlaub waren. Am dritten Tag fuhren wir an die Südspitze, nach Platania. Am nächsten Tag fuhren wir dann auf die andere Seite des Pilion an den Strand bei Potistika, hatten einen herrlichen Blick auf die Inseln Skiathos, Alonnisos und Skopelos und so langsam fühlten wir uns auch wohler.
Auch hier war die Unterkunft sehr, sehr schön. Der Vermieter auch wieder super freundlich. Wir wurden beinahe täglich mit frischem Gemüse aus seinem Garten beglückt. Es gab nur einen kleinen Nachteil, Giannis spricht kein Englisch und erst recht kein Deutsch und mein Griechisch ist nach zwei Semestern in der VHS auch noch nicht sehr ergiebig. Aber irgendwie kann man sich ja immer verständlich machen. Unsere 4-jährige Tochter bekam täglich ein Eis geschenkt und wurde auch sonst immer verwöhnt. Nach weiteren 10 Tagen war unser Urlaub leider vorbei und wir mussten uns auf den Rückweg machen.
Der verlief ohne größere Probleme. Wir hatten beschlossen, dass wir wieder in Ungarn in Szeged eine Nacht übernachten. Die Grenzkontrolle nach Ungarn dauerte am längsten mit 2 1/2 Stunden.
Insgesamt sind wir 6.327 km gefahren und haben 590,3 l Benzin verbraucht.
Als Fazit bleibt für mich: Wenn man die Fahrt bereits als Urlaub betrachtet und eine Übernachtung einplant, dann ist die Strecke absolut machbar. Auch unsere kleine Tochter hat das alles prima mitgemacht (war die meiste Zeit nämlich mit DVD schauen beschäftigt

)
Kosten (mit den ungeplanten insgesamt 4 Übernachtungen): Insgesamt 845 Euro. Flug und Mietwagen hätten mindestens 2000 Euro gekostet.
Ach ja: Ich werde nun auch anfangen einige Bilder in das entsprechende Forum einzustellen.
Grüße
Wolli